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Helft dem autonomen Frauenhaus e.V.
Verwendungszweck: KSR
IBAN: DE51 3806 0186 1305 6600 31
Wer wir sind?

AG Kindschaftsrecht (kurz 'KSR-AG) der Autonomen Frauenhäuser (seit 2005)
Bundesweite Arbeitsgruppe Kindschaftsrecht der Autonomen Frauenhäuser


Die KSR-AG trifft sich 3 Mal jährlich – und, neben Austausch, Information und Diskussion aktueller Entwicklungen, steht die Öffentlichkeitsarbeit zu den Problemen und Mißständen in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder und daraus resultierenden Forderungen auf ihrer Agenda.


Bundesweit beteiligen sich die Autonomen Frauenhäuser am Weltkindertag, dem 20.9., mit Aktionen und Materialien, die von der AG Kindschaftsrecht erstellt werden.
Die AG Kindschaftsrecht organisierte Kongresse:
▪ „Gewaltig groß werden?“ - Kein Umgangsrecht für gewalttätige Männer
▪ „Safety First – Sicherheit hat Vorrang – für einen konsequenten Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt“


Die KSR-AG konnte mit einem Workshop im Rahmen des Drei-Länder Kongresses (2011) sowie über die Wave-Konferenzen in Wien (2009), Rom (2011), London (2012), Budapest (2013), Wien (2014) und der Teilnahme am 2. weltweiten Treffen der Frauenhäuser in Washington/USA (2012) internationale Kontakte knüpfen

Entwicklung/Geschichte
Die Arbeitsgruppe gründete sich nach der Jahrestagung der Autonomen Frauenhäuser 2005 in Gomadingen, deren Fokus auf der Situation der Mädchen und Jungen, die Gewalt durch ihren Vater oder seine Gewalt gegen die Mutter miterlebten oder selbst erfahren haben. Mit den Kindschaftsrechtsreformen von 1998 und 2008 und der damit verbundenen Einführung des gemeinsamen Sorgerechts als Regelfall, haben sich die Bedingungen für Frauen und ihre Kinder in Bezug auf den Schutz vor Gewalt verschärft.

Obwohl wissenschaftliche Untersuchungen (u.a.. von Prof. Dr. Karvemann) in der Vergangenheit bestätigten, dass alleine bereits das Miterleben von häuslicher Gewalt erhebliche Auswirkungen auf die emotionale, körperliche und kognitive Entwicklung von Kindern hat und daher eine Kindeswohlgefährdung darstellt, werden diese Erkenntnisse in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren nicht oder zu wenig berücksichtigt.
Auch die in 2006 anstehende Reform in Familiensachen (Fam-FG) des Justizministeriums, sah weitere einschneidende Veränderungen vor, die eine zusätzliche Gefährdung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder mit sich brachten:
Verfahrensbeschleunigungen
Baldiges Hinwirken auf einvernehmliche Lösungen
Gemeinsame Anhörung von Opfern und Tätern als Pflicht.

Ein erstes Treffen nach der Jahrestagung fand im Februar 2006 in Kassel statt. Kolleginnen aus 8 Frauenhäuern entwickelten gemeinsam mit Dr. Anita Heiliger /KOFRA, München, ein Konzept für die Kampagne 'Gewaltig groß werden? – Kein Sorge- und Umgangsrecht für gewalttätige Männer' die folgende Ziele hatte:

▪ Die Öffentlichkeit – vor allem betroffene Mütter über den aktuellen Stand und die zu erwartende Gesetzesreform in Familiensachen zu informieren.
▪ Die Auswirkungen juristischer Entscheidungen zugunsten gewalttätiger Väter und die damit verbundene Gefährdung für das Leben betroffener Kinder und ihrer Mütter öffentlich zu machen.
▪ Politisch Verantwortliche zu informieren, zu sensibilisieren sollte, um einen
größtmöglichen Schutz für die Frauen und Kinder in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren zu erreichen.
▪ Die politischen Ziele und frauenfeindlichen Hintergründe der Vaterrechtsbewegung öffentlich machen

Die AG Kindschaftsrecht arbeitete zweigleisig. Das neue Verfahrensgesetz sollte im Sommer 2008 im Bundestag verabschiedet werden.Geplant wurde eine breite Kampagne mit bundesweiten Aktionen, um gewaltbetroffene Frauen und Kinder zu erreichen und über Informationsstände und Informationsmaterial Unterstützung anzubieten.

Der Kongress 'Gewaltig groß werden?' in 2008, der in Kooperation mit der FH Frankfurt stattfand, wollte VertreterInnen aller Professionen ansprechen, um sie für unser Anliegen zu sensibilisieren und vor allem auch Juristinnen und politisch Verantwortliche zu erreichen.
12 Foren wurden angeboten und über 450 TeilnehmerInnen nahmen am Kongress teil. Die Ergebnisse wurden in den „Frankfurter Thesen“ zusammengefasst und veröffentlicht.

Unter den TeilnehmerInnen war auch Herr Meyer-Zeitz vom Bundesministerium, der sich der Diskussion stellte. Parallel zum Kongress fanden zusätzliche Aktionen statt. Stellungnahmen und gemeinsame Erklärungen wurden veröffentlicht.
Vor dem Rechtsausschuss des Bundestages gab es eine Anhörung von Expertinnen und Experten. Als Sachverständige waren darunter Sybilla Flügge und Herr Prof. Dr. Salgo von der Fachhochschule und Dr. Susanne Nothhafft vom Deutschen Jugendinstitut in München. Zahlreich waren Vertreterinnen aus den Frauenhäusern anwesend.

Die Kampagne war erfolgreich, denn im Anschluss waren Ergänzungen in den Kommentaren zum Gesetzestext in bezug auf spezifisches Vorgehen bei „Häuslicher Gewalt“, zu finden.

Die AG Kindschaftsrecht war weiter aktiv und erstellte Informationsmaterial zum neuen Verfahrensrecht und informierte in regionalen Öffentlichkeits­veranstaltungen über die Auswirkungen der Gesetzesreform. Schnell wurde deutlich, wie wenig sich auf die Möglichkeiten, den Schutz der Frauen und Kinder in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren zu gewährleisten, bezogen wurde. Deshalb haben wir in 2010 eine Fragebogenaktion durchgeführt. Wir wollten einen Überblick über den aktuellen Stand der Entscheidungen in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren und deren Auswirkungen bekommen.
Denn immer wieder kam es zu Angriffen im Kontext von Sorge- und Umgangsrechtsverfahren bis hin zu Morden an Frauen und Kindern.

Die Ergebnisse der Erhebung wurden auf dem Symposium 'Safety First – Sicherheit hat Vorrang – für einen konsequenten Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt' in 2013 in der FH Frankfurt von Vertreterinnen der KSR-AG vorgestellt.
Eine zentrale Forderung war die Streichung des §3 Gewaltschutzgesetz, da dieser die Sicherheit von Frauen und Kindern gefährdet.

International ist die AG Kindschaftsrecht vernetzt mit WAVE – Women against violence in Europe. Dort gibt es ebenfalls eine AG, die zum Thema arbeitet

Richtungsweisend war der Kontakt zu den Frauenhausmitarbeiterinnen aus Australien auf den Weltfrauenhauskonferenzen in 2012 und 2016. Ihnen war es gelungen, den Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren direkt im Gesetzestext zu verankern.

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